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Ludwigsburg: Riesen reisen zum Halloween-Spiel nach Chemnitz

Redaktion Stuttgart im Blick

Aerial image of the Ludwigsburg Palace
Symbolbild: Ludwigsburg · Foto: Carsten Steger, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Ludwigsburg – Nach dem 84:68 gegen Bonn wollen die MHP RIESEN Ludwigsburg in der easyCredit BBL den dritten Sieg in Folge schaffen. Am siebten Spieltag müssen sie dafür bei den NINERS Chemnitz antreten, und zwar am 31.10. um 20:00 Uhr in der Messe Chemnitz. Dyn zeigt die Partie live und exklusiv, die Übertragung beginnt um 19:45 Uhr.

Die Gastgeber haben laut Mitteilung hohe Ziele, was auch die Verpflichtung von Stef Smith zeige. Ihr großes Potenzial bringen die Gastgeber allerdings noch nicht regelmäßig aufs Parkett. Für Ludwigsburg ist das am Halloween-Spieltag Chance und Risiko zugleich.

Ludwigsburg arbeitet an der eigenen Entwicklung

Die Riesen haben zwei emotionale Heimspiele hinter sich. Gegen Vechta zeigten sie die vielleicht schlechteste, gegen Bonn die vielleicht beste Saisonleistung. Intern gilt die Devise „Never too high, never too low“. In dieser Woche stand deshalb wieder konzentrierte Detailarbeit an. Cheftrainer Carles Durán gab dem Team am Sonntag einen freien Tag, am Montag ging es aber direkt weiter. Es gebe noch sehr viel zu tun, heißt es.

Ludwigsburg hat derzeit mehr Trainingszeit als die Konkurrenz, aber unter der Woche weniger Kontakt zu Gegnern. Ob die Teilnahme am internationalen Wettbewerb für andere Klubs mittelfristig ein Vorteil wird, soll sich im Saisonverlauf zeigen. Die Qualifikation fürs internationale Geschäft nennt der Klub erstrebenswert, im Herbst 2026 spiele sie aber keine Rolle.

Chemnitz: große Pläne, holpriger Start

Chemnitz ging im Sommer einen anderen Weg. Der Klub erhielt nach erfolgreicher Bewerbung eine Wildcard für den BKT EuroCup, die fünf Jahre gilt, obwohl er im Vorjahr die Hauptrunde auf Platz 12 beendet hatte. Bei der Spielersuche half die langfristig planbare Teilnahme. Sportliche Kriterien hätten damit nur bedingt zu tun, Chemnitz bleibe aber eine attraktive Adresse.

Chemnitz, 2024 Sieger im FIBA Europe Cup, zählt auch diesmal zu den Kandidaten für die Top 6 der BBL. In allen drei Wettbewerben hat der Klub große Ziele: im Netto Final Four (Viertelfinale gegen Vechta) und in der Postseason des nationalen und internationalen Liga-Betriebs (4 Siege / 1 Niederlage). Noch hakt es aber. Zwölf Neuzugänge mussten integriert werden, in den ersten sieben Saisonwochen standen acht Auswärtsspiele an. Dazu kamen die zwischenzeitliche Sperre von Cobe Williams und zwei Änderungen im Kader: Ryan Mikesell wurde nachverpflichtet, Alex Richardson ging nach Tübingen. Die Findungsphase dauert deshalb an. In allen Wettbewerben zusammen gewann Chemnitz sieben von 13 Spielen (Siegquote 53,8%), verteilte die Erfolge aber bisher nicht gleichmäßig. In der BBL steht der Klub am Tabellenende.

Der Kader mit Mikesell, Williams, Smith, Phlandrous Fleming Jr., Darion Atkins, Mateo Seric, Urald King, Yohan Choupas, Nighael Ceaser, Ben Burnham, Jannis von Seckendorff und Elias Rödl, dazu Trainer Rodrigo Pastore, spreche laut Mitteilung dafür, dass Chemnitz nicht lange unten bleibt. Die Riesen hätten nichts dagegen, wenn Chemnitz noch eine Woche in diesem Zustand bliebe. Die Aufgabe in einer der stimmungsvollsten Hallen der Republik sei ohnehin groß.

Co-Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann nannte die Fahrt verhältnismäßig weit, 418 Kilometer, die Atmosphäre intensiv und die NINERS zweifellos gut. Das Spiel sei schwierig, aber machbar. Er sagte dazu: „Ich denke, dass wir eine gute Siegchance haben werden, wenn wir unseren Aufwärtstrend bestätigen können und selbstbewusst agieren.“

Dreier und Teamplay entscheiden mit

Chemnitz leistet sich national bisher 17,7 Ballverluste pro Partie, trifft dafür aber stark von außen. Beim 96:77-Heimsieg gegen Bourg-en-Bresse am Mittwoch gelangen 15 Dreier, ein Bestwert. Point Guard Williams kam dabei auf 9 Punkte und 8 Assists. Der meist wieder auf der Position Zwei eingesetzte frühere Riese Smith steht in der BBL bei 16,2 Punkten und 4,2 Assists. Wichtig sind beide, die Qualität der Chemnitzer zeige sich aber bei allen acht Importspielern.

Ludwigsburg lebt ebenfalls vom Teamplay (17,3 Assists), vom Offensiv-Rebounding (35,6%) und von der Distanz. Aus 6,75 Metern treffen die Schwaben 35,4% ihrer Versuche. Gegen Bonn fielen zuletzt 13 Dreier, im Saisonschnitt sind es 11,2, beim Gegner nur 9,2. Die Defensive ist laut Klub noch kein Prunkstück, genau darin liege aber der größte Hebel. Steht Ludwigsburg stabil, was phasenweise schon gelang, könne das Team die NINERS stoppen.

Zahlenspiele zum 7. Spieltag

  • 5.000: Die NINERS laden am Samstag zum Halloween-Spieltag in die Messe ein, Fans kommen als Gespenster, Vampire oder Hexen. Das dürfte eine schaurig-schöne Kulisse werden.
  • 104 und 111: So viele Punkte mussten die Riesen in den beiden Auswärtspartien des vergangenen Jahres hinnehmen (05/2025: 104:100, 10/2025: 111:88). Beim bisher letzten Auswärtssieg waren es 114 (22.10.2020).
  • +2 mal 6: Sechs Klubs gewannen mindestens die beiden letzten Hauptrundenspiele der BBL: München (+5), Trier (+5), Weißenfels (+3), Frankfurt (+3), Ludwigsburg (+2) und Hagen (+2).

Das Wesentliche

  • Spiel: NINERS Chemnitz vs. MHP RIESEN Ludwigsburg
  • Termin: Samstag, 31.10.2026; Tip-Off 20:00 Uhr
  • Ort: Messe Chemnitz, Messeplatz 1, 09116 Chemnitz-Kappel
  • Übertragung: live bei Dyn, ab 19:45 Uhr

Anmerkung

Die Mitteilung erklärt ausführlich, warum Chemnitz trotz Tabellenende gefährlich bleibt. Für Ludwigsburger Fans zählt vor allem der Hinweis auf die Defensive, denn dort liegt nach Klubangaben noch Luft. Offen bleibt, wie die Riesen die lange Fahrt und die laute Halle verkraften. Wer zuschauen will, braucht einen Dyn-Zugang.

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