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Winnenden feiert 150 Jahre Bahnhof mit Feierstunde im Bahnhofscafé

Redaktion Stuttgart im Blick

Marktplatz-Marktbrunnen - panoramio
Symbolbild: Winnenden · Foto: Красимир Косев, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Winnenden hat den 150. Jahrestag seines Bahnanschlusses gefeiert. Die Stadt lud am Montag, dem Jahrestag der Eröffnung, zu einer Feierstunde in die Filiale der Bäckerei Maurer im Bahnhofsgebäude ein. Der erste Streckenabschnitt der Murrbahn zwischen Waiblingen und Backnang ging am 26. Oktober 1876 in Betrieb, wie die Stadt Winnenden mitteilte. Die Gäste hörten Grußworte und eine historische Einordnung, dazu gab es Geschichten rund um den Bahnhof und einen Blick in die Zukunft.

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth betonte, wie wichtig Bahnhof und Bahnangebot für die Große Kreisstadt bleiben. Eine verlässliche Anbindung, die im Alltag funktioniert, präge nach seinen Worten die Attraktivität einer Stadt, für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für ortsansässige Firmen. Nikolaus Hebding, Leiter des Bahnhofsmanagements Stuttgart der Deutschen Bahn, erinnerte an die lange Geschichte des Bahnhofs und lobte die enge Zusammenarbeit von Stadt und Bahn.

Durch 150 Jahre Eisenbahn- und Stadtgeschichte geleitete die Stadtarchivarin Michaela Couzinet-Weber die Besucher. Sie ließ dabei Originalquellen sprechen, darunter Zeitungsartikel des Winnender Volks- und Anzeigeblatts und Auszüge aus Gemeinderatsprotokollen. Ihre Recherchen zeigen, dass durch den Bahnbau zahlreiche auswärtige Arbeiter nach Winnenden kamen. Das Stadtarchiv besitzt ein Verzeichnis neu zugezogener Personen von 1872 bis 1877 mit rund 380 Eintragungen zu Tätigkeiten rund um die Eisenbahn. Bei 236 Eintragungen steht Württemberg als Herkunftsland, es folgen Bayern mit 77 und Tirol mit 35. Ein Großteil der Tiroler arbeitete bei der Allgemeinen Baugesellschaft aus Stuttgart, der die Grab-, Maurer- und Steinhauerarbeiten übertragen worden waren.

Die Eröffnung veränderte auch die Stadt selbst. 1878 wurden neue Straßenlinien in Richtung Bahnhof genehmigt, was den Grundstein für die weitere Stadtentwicklung samt Industrieansiedlung legte. 1897 entstand nahe dem Bahnhof die Ziegelwarenfabrik Winnenden. Als Meilensteine der Strecke werden der zweigleisige Ausbau samt Elektrifizierung in den frühen 1960er-Jahren sowie der S-Bahn-Anschluss 1981 genannt. Schon 1951, zum 75-jährigen Jubiläum, schrieb das Volks- und Anzeigeblatt, die Stadt habe ihre heutige Blüte „in erster Linie der Eisenbahn mit zu verdanken“.

Roland Haag vom PMW Modellbahnverein Winnenden e.V. berichtete von persönlichen Erinnerungen rund um den Bahnhof und lud zur Fotoausstellung ein. Das Virtuelle Stadtmuseum bietet zusätzlich einen Beitrag zum Thema „150 Jahre Eisenbahn in Winnenden“. Zu finden ist er auf der Seite „Museum“ im Themenraum „Infrastruktur“ unter „Verkehr“, außerdem führt ein Link unter „Aktuelles“ auf der Startseite dorthin.

Das Wesentliche

  • Fotoausstellung: 7. und 8. November, jeweils 11 bis 17 Uhr, Stadtkirche St. Bernhard
  • Führungen: an beiden Tagen jeweils um 14 Uhr
  • Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Sie sollen die Kosten der Ausstellung decken und der Stadtkirche zugutekommen
  • Online: Beitrag im Virtuellen Stadtmuseum unter „Museum“, Themenraum „Infrastruktur“, „Verkehr“

Kontext

Zum Bahnhof Winnenden schreibt Wikipedia, dass der Bahnhof am 26. Oktober 1876 mit dem Bau der Strecke entstand und das Gleis am Hausbahnsteig damals das durchgehende Streckengleis war. Beim zweigleisigen Ausbau der Murrbahn 1962–1965 wurde der Bahnhof umgebaut, zugleich erfolgten die Elektrifizierung und die Integration in den Stuttgarter Vorortverkehr. Im Herbst 1981 begann der S-Bahn-Verkehr der Linie S3 zwischen Backnang und Stuttgart, verbunden mit einem Taktverkehr bis Backnang. Seit Dezember 2024 befindet sich im Empfangsgebäude eine Bäckerei.

Anmerkung

Die Feierstunde verbindet Jubiläum und Stadtgeschichte auf anschauliche Weise, vor allem durch die Arbeit mit Originalquellen. Offen bleibt, was der angekündigte Blick in die Zukunft konkret enthielt, dazu nennt die Mitteilung keine Einzelheiten. Wer sich für die Geschichte interessiert, kann sie an den Ausstellungstagen und online vertiefen.

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