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MHP RIESEN Ludwigsburg verlieren Halloween-Spiel in Chemnitz 78:94

Redaktion Stuttgart im Blick

Aerial image of the Ludwigsburg Palace
Symbolbild: Ludwigsburg · Foto: Carsten Steger, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Ludwigsburg – Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben am Reformationstag in Chemnitz mit 78:94 verloren. Nur in den ersten zwanzig Minuten bestimmten die Schwaben das Geschehen weitgehend, nach der Pause fand Chemnitz seinen Rhythmus. Den dritten Abschnitt entschieden die Gastgeber mit 24:10 für sich, und Ludwigsburg gab die Partie aus der Hand. Das teilte der Verein mit.

Schon vor dem Spiel gab es eine schlechte Nachricht: Julis Baumer fiel aus. Die Mannschaft von Cheftrainer Carles Durán fing das zunächst gut auf. Ish Leggett kehrte in die Startformation zurück, und Tommy Rutherford zeigte sein bestes Spiel. Der Center kam auf 19 Punkte und 15 Rebounds bei einer Effektivität von +30. Vor 3.858 Fans in der Messe Chemnitz trug er sein Team über weite Strecken im Alleingang. Der Einsatz stimmte ab dem Sprungball, der Ertrag aber nicht.

Leggett, Rutherford und Justin Kier sorgten für Punkte, Kier traf sogar per Buzzerbeater. Einen RIESEN-Rhythmus brachte das aber nicht. Die Gäste mussten hart für jeden Zähler arbeiten, konnten die anfangs unkonzentrierten Sachsen nicht abschütteln und gefährdeten aus der Distanz kaum (18:23 nach zehn Minuten). Bei Chemnitz trumpfte Urald King auf, und Stef Smith spielte offensiv fast allein. Bis zur Pause sammelte der Kanadier acht Fouls. Ludwigsburg war zwar näher an seinem Optimum, nutzte das aber zu wenig. Darius Perry erwies sich an der Seite von Rutherford als sehr gute Alternative. Die Gäste kontrollierten das Rebound-Duell (14:28), trafen aber nur 26 Prozent der Dreier und 46 Prozent aus dem Feld. Zur Pause stand es 43:48.

Rebound-Dominanz geht verloren

Danach kippte die Partie. Angeführt von Nighael Ceaser, Ben Burnham, Cobe Williams und einer Small-Ball-Formation, die Ludwigsburg mit der Zeit nicht mehr in den Griff bekam, drehte Chemnitz binnen weniger Angriffe das Momentum. Die NINERS holten die Rebounds, stoppten die RIESEN-Defensive und kamen ins Laufen. Durán versuchte es mit Auszeiten und Wechseln, doch keine Anpassung brachte den Umschwung. Außer Rutherford blieb allen Spielern auch aus guten Situationen nur Durchschnittliches oder weniger. Ludwigsburg setzte deshalb zunehmend auf Einzelaktionen (67:58 für Chemnitz nach 30 Minuten).

Mit Physis und viel Einsatz hielten die Gelb-Schwarzen offensiv zwar mit, am Kräfteverhältnis änderte das nichts. Die „Orange Army“ freute sich mit den meist verkleideten Zuschauern über einen Befreiungsschlag. Ludwigsburg bekam durch eigene Nachlässigkeiten, die schwache Dreierquote (10/34) und die Qualität des Gegners die Grenzen aufgezeigt.

Nach der 16-Punkte-Niederlage startet der November für die Schwaben mit einer Bilanz von 4:3. Es folgen zwei Heimspiele gegen Oldenburg und Weißenfels sowie das Gastspiel beim Aufsteiger Hagen. Zum Monatsende bringt die Länderspielpause (23.11. bis 4.12.) eine erste Zäsur.

Stats

Bei Chemnitz punkteten diese Spieler: Nighael Ceaser erzielte 19 Punkte / 6 Rebounds, Ben Burnham 16 / 6 Rebounds, Stef Smith 14 / 5 Assists, Cobe Williams 13 / 7 Rebounds / 6 Assists, Ryan Mikesell kam auf 12, Urald King auf 11 / 7 Rebounds, Mateo Seric auf 8 und Jannis von Seckendorff auf 1. Außerdem im Kader: Elias Rödl und Luca Kellig.

Auf Ludwigsburger Seite punkteten diese Akteure: Tommy Rutherford sammelte 19 Punkte / 15 Rebounds, Darius Perry 16, Ish Leggett 8, Justin Kier 7, Patrick Cartier 6 / 5 Rebounds, Yorman Polas Bartolo 6, Elijah Hughes 6 und David Joplin 5. Außerdem trafen Jonas Wohlfarth-Bottermann mit drei und Maxwell Dongmo Temoka mit zwei Zählern.

Kontext

Die MHP RIESEN Ludwigsburg sind ein Basketballverein aus Ludwigsburg, der in der Basketball-Bundesliga spielt. Rechtlich firmiert der Verein laut Wikipedia als BG Ludwigsburg e. V. Die Wurzeln reichen auf die 1960 gegründete Basketballabteilung der DJK Ludwigsburg zurück. Am 29. Dezember 1987 löste sich die Basketballabteilung vom Stammverein, um fortan als eigenständiger Club zu existieren.

Seit der Spielzeit 2013/14 tritt die Mannschaft unter dem Namen MHP Riesen Ludwigsburg an. Das Beratungsunternehmen Mieschke Hofmann und Partner übernahm damals das Namensrecht. Zu den Erfolgen zählt die deutsche Vizemeisterschaft 2020.

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